Costa Rica – La Fortuna & Nicoya-Halbinsel

Nach einem 1.5 stündigen Flug von Panamá City nach San José in Costa Rica holen wir freudig unseren Mietwagen für die kommenden 44 Tage bei Europcar ab und schleichen die kurvigen, mit Schlaglöchern versehenen Strassen über Hügel und durch Nebelwälder nach La Fortuna, wo wir ein hübsches Airbnb beziehen.

La Fortuna

Karte

Erlebnisse

Der Ort lockt vor allem mit dem Volcán Arenal. Dieser ist der aktivste und zugleich jüngste Vulkan Costa Ricas. An seinem Fusse liegt der grösste Binnensee des Landes, der Arenal-See.

Der Arenal zeigte etwa 400 Jahre lang keine Aktivität, mittlerweile wächst er jedoch jährlich um mehrere Meter, da sich Lava rund um den Krater aufhäuft. Aktuell ist er ca. 1670 Meter hoch. Lava fliesst auch regelmässig an den Hängen bis zur Talsohle und immer wieder wirft er glühende Gesteinsbrocken von bis zu 7.5 Meter Durchmesser bis zu 300 Meter in die Höhe.

Am Fusse de Vulkans gibt es wunderschöne Wanderungen, wovon auch wir eine unternehmen wollen. Beim Start hoffen wir, dass die den Berg umhüllenden Wolken bald verschwinden, bezahlen beim Parkeingang ein Eintrittsgeld und marschieren los.

Es vergeht keine Minute, da beginnt es auch schon zu regnen und in der Ferne sehen wir, wie eine Gewitterwand auf uns zukommt. Rasant eilen wir zum Auto zurück und erhalten freundlicherweise das Geld retourniert. Während der Fahrt nach La Fortuna wird der heftige Regen zum Glück etwas weniger und so beschliessen wir, in einem Waldstück einen zwei Kilometer langen Rundweg zu machen, um Faultiere zu beobachten. Auch hier wird wieder Eintrittsgeld verlangt. Der Kassierer informiert uns, dass die Wahrscheinlichkeit, eines der begehrten Tiere zu sichten, eher klein sei. Für 35 US-Dollar pro Person zusätzlich würde jedoch ein Mitarbeiter uns begleiten, dann werde das Sichten eines Faultieres garantiert. Wir sind enttäuscht, dass bei einem Besuchsgeld von 15 US-Dollar pro Person bei einem so winzigen Park nochmals so viel Extrageld verlangt wird. Daher verlassen wir auch diesen Ort und gehen enttäuscht nach Hause.
Am späten Nachmittag begeben wir uns zum Hot Springs Paradiso, um in dem durch vulkanische Lava erhitzten Wasser der Thermalquellen zu entspannen und uns vom “Wandern” beim Arenal erholen zu können ?. Gerade jetzt lugt kurz die Sonne hervor, doch der Vulkan bleibt weiterhin vollends verdeckt. Die Thermalbäder mit unterschiedlichen, angenehm warmen bis heissen Temperaturen sind herrlich und wir sind froh, immerhin diesen Plan umgesetzt zu haben.
Da die weiteren Tage stark verregnet und der Arenal verdeckt bleiben, flüchten wir, auch ohne den hier bekannten Wasserfall besichtigt zu haben, regelrecht an die Pazifikküste zur Nicoya Halbinsel, wo wir auf deutlich besseres Wetter hoffen.

Nicoya-Halbinsel

Karte

Erlebnisse

Die Wetterprognose mit 32 Grad Celsius und Sonne für die Pazifikküste lässt uns regelrecht aufatmen. Der Weg dorthin führt uns durch erstaunlich andersartige Landschaften.

Playa Potrero

Hier gelangen wir zur Villaggio Nr. 1, wo uns Ericka herzlich begrüsst und uns, vorbei an einem grossen Pool, zu unserem Bungalow führt. Sie erwähnt, dass sie zusammen mit ihrem Freund Marco ein Restaurant besitze, welches lediglich 10 Minuten mit dem Auto in Richtung Playa Flamingo entfernt liege. Wir seien herzlich auf ein Glas Wein eingeladen.

Wir sind begeistert von der gemütlichen Unterkunft mit Hängematte und nehmen erst einmal ein ausgedehntes Bad.

Enorm hungrig nehmen wir später die Einladung auf ein Glas Wein an und fahren zum Restaurant La Locanda. Von weitem schon riechen wir den herrlichen Geruch von Pizzen aus dem Steinofen. Nur wenig später verspeisen wir genüsslich die knusprig gebackenen Teigfladen, abgerundet wird mit einem Tiramisu.

Die Tage verbringen wir hauptsächlich damit, die umliegenden Playas zu erkunden:

Wir fahren nordwärts in Richtung Playa Zapotillal. Auf einer Anhöhe haben wir zu unserer linken eine schöne Sicht auf den Playa Penca, zu unserer Rechten auf die Playa Prieta. Bei Las Catalinas, welches aktuell vorwiegend aus Baustellen besteht, laufen wir zur Playa Dantita und geniessen die Ruhe.

Der direkte Weg zur Playa Zapotillal ist für unseren alten 4×4 mit wenig Reifenprofil und einem Motor ohne Pfupf nicht möglich und so nehmen wir einen knapp einstündigen Umweg in Angriff. Die Strasse ist auch hier ordentlich mit Schlaglöchern versehen, doch wir kommen unserem Ziel stetig näher. Kurz davor müssen wir den Wagen dennoch stehen lassen, da ein Abschnitt ziemlich sumpfig ist und wir in dieser Abgeschiedenheit lieber kein Risiko eingehen wollen. So laufen wir die letzten 400 Meter bis zum Strand und müssen dabei durchs dunkle Wasser waten, was zum Glück nicht allzu tief ist. Der dunkle Sand ist unglaublich heiss und wir huschen mit unseren Flipflops so rasch als möglich unter einen Baum.

Ins Wasser zieht es uns hier nicht, auch wenn es angenehm frisch ist. Beim Abkühlen der Füsse entdecken wir im Sand etliche kleine Schnecken, die ihre Spuren hinterlassen. Plötzlich wird die mystische Stille durch Quad-Lärm unterbrochen. Diese geländetauglichen Fahrzeuge sind hier sehr beliebt, vor allem die Touristen erfreuen sich dieser Fortbewegungsmethode und buchen Ausflüge, um an entlegene Strände zu gelangen. Wir hingegen nerven uns eher an den langsam vorwärtskommenden Schlangen dieser Massentouren, da sie uns oft den Weg versperren und uns dazu zwingen, in Schritttempo hinterher zu schleichen.
Für den Rückweg versuchen wir, die nur zwei Kilometer lange Abkürzung zum Playa Dantita zu nehmen. Sara schlägt sich nicht schlecht, als sie den steilen, holprigen Hang im ersten Gang hochzufahren versucht. Als der oberste und steilste Teil jedoch nur noch aus ordentlich grossen Geröllbrocken besteht, muss das Vorhaben vernünftigerweise abgebrochen werden. Auch Fabio lässt davon ab und so holpern wir den gleichen Weg wie zuvor zurück.
Endlich in unserem Villaggio angekommen und das Auto geparkt, hören wir beim Aussteigen ein lautes Zischen. Und siehe da, der rechte Hinterreifen verliert ordentlich Luft und wird platt. Immerhin befinden wir uns bei der Unterkunft und der Wagen ist im Schatten geparkt – dennoch, das kaputte Rad mit kaum Profil muss gewechselt werden.

Freundlicherweise erhalten wir Hilfe vom Hauswart des Villaggios, denn unser Wagenheber gleicht eher einem Spielzeug und so ist das Problem vorerst einmal gelöst.

Noch vor unserer angesteuerten Anlaufstelle bei Europcar in Liberia finden wir unterwegs per Zufall eine Werkstatt, wo zwei allein arbeitende Mechaniker ohne Umschweife den kaputten Reifen von der Kofferraum-Türe abmontieren und das Loch flicken. Wir sind froh, so rasch zu einem Ersatzreifen gekommen zu sein, jedoch sind wir skeptisch, wie lange das geflickte Rad ohne jegliches Profil bei einem Wiedereinsatz halten würde.

Leichten Herzens können wir uns nun unseren Highlights widmen und klappern mehrere Strände ab: Bei der Playa Hermosa (Strände mit diesem Namen gibt es etliche in Costa Rica, genauso verhält es sich mit Playa Grande – Verwirrungen sind da automatisch vorprogrammiert!) geniessen wir die Weite des Strandes. Bei der Playa Coco wimmelt es nur so von Touristen und so düsen wir nach den obligaten Fotos weiter zur Playa Flamingo. Dieser Strand ist überraschend hellsandig und wunderschön (vgl. Titelbild). Weiter im Süden schauen wir bei der Playa Grande den Surfern auf den Wellen zu und Fabio macht Fotos und Videos aus der Luft.

Es ist enorm heiss und schon bald sitzen wir im Auto und lassen unsere roten Köpfe von der Klimaanlage abkühlen. An der Playa Brasilito fahren wir dem Strand entlang auf dem Sand und können bei immer tiefer stehender Sonne Pferde und Leute beobachten.

Beim Playa Conchal düst Fabio mit der Drohne mit sportlicher Geschwindigkeit über Sand und Wasser.

Anschliessend lassen wir den Tag mit einem wunderbaren Sonnenuntergang ausklingen.

Sámara

Auf dem Weg nach Sámara beobachten wir am Strand des touristischen Tamarindo die sportlichen Surfer bei ihren Erfolgen und Misserfolgen.

An einem mystischen, schwarzen Sandstrand legen wir eine erneute Fahrpause ein.

Und erreichen über weitere Schotterstrassen der Küste entlang schlussendlich die Unterkunft von Annie in Sámara. Die alte Dame kommuniziert mit uns in einem Mischmasch aus Französisch und Spanisch. Es fällt uns sofort auf, dass sie eine Katzenliebhaberin ist, denn egal wo wir hinschauen – ins Haus, um das Haus herum oder beim Pool – irgendwo ist immer einer ihrer Lieblinge.

Der Wohnbereich mit der Küche befindet sich im Freien und ist lediglich überdacht.

Das Geschirr und alle Kochutensilien, sowie auch der Herd mit Spüle sind äusserst sauber gehalten. Alle Schranktüren werden sowohl mit Schloss und Riegel gesichert, genauso wie der Kühlschrank. Wir erfahren, dass vor allem nachts diebische Waschbären unterwegs sein sollen, weshalb der tagsüber im Wohnbereich stehende Abfalleimer im Bad verschlossen werden soll. Unser Schlafzimmer befindet sich im Dachgeschoss und ist mit mehreren Ventilatoren ausgestattet.
Da wir einen Grill haben und uns Annie freundlicherweise auch Kohle bereitgestellt hat, begeben wir uns sofort ins kleine Dorf, um uns mit Fleisch einzudecken. Unterwegs können wir auf einer grossen Wiese zwischen Strasse und Meer ein paar Pferden und einem Fohlen beim Herumspringen zuschauen.
Zurück zuhause geniessen wir die Zeit mit erfrischenden Bäder im Pool, liegen in der Hängematte, hören Musik, Lesen und bereiten uns reichhaltige Jugos de Banana con Leche zu.
Annie kündigt an, am kommenden Vormittag ausser Haus zu sein, um ihre Enkel Jerôme und Amelie aus Liberia zu sich zu holen. Gleich darauf deckt sie das Häuschen mit den verschiedenen Papageien dunkel ab, damit die Tiere, welche immer mal wieder “Hola” und “Annie” rufen, zu ihrer gewohnten Nachtruhe kommen. Zuvor jedoch sagen sich Katze und Vögel noch Gute-Nacht ?.

Plötzlich bewegt sich im Busch etwas und schüchtern blickt uns ein Tier an – es ist ein Nasenbär.

Diesen und weitere seiner Gattung werden wir die Tage immer wieder um das Anwesen herumschleichen sehen. Es ist eine wahre Freude, die hier sehr zurückhaltenden Tiere beobachten zu können. Sie werden wohl von dem ums Haus verteilten Kompost angezogen, sind jedoch Menschen nicht allzu gewohnt wie beispielsweise bei den Iguazú-Fällen. Die dort eher kleineren Varianten dieser Bären haben jegliche Scheu von den Menschen abgelegt und machen sich an den Rucksäcken der Touristen zu schaffen, wenn sie etwas Essbares riechen.
Kurz darauf hören wir bei Sonnenuntergang immer lauter werdendes Affengebrüll und Fabio entdeckt gleich eine ganze Gruppe in einer nahegelegenen Baumkrone – näher kommen sie leider nicht.
Nach einem Grillabend, begleitet mit fünf Paar gierigen Katzenaugen, liegen wir mit vollen Bäuchen in den Hängematten, bis wir ein krabbelndes Geräusch unter uns vernehmen, was unsere Aufmerksamkeit erweckt. Wir staunen nicht schlecht, als wir einen wohl knapp 10 Zentimeter langen Skorpion entdecken.

Skorpione erreichen eine Körpergrösse zwischen 9 Millimeter und 21 Zentimetern, je nach Art. Da es weltweit etwa 2350 verschiedene Arten gibt, haben wir keine Ahnung, welcher wir hier begegnen. In der Regel sind die Stiche nicht giftig, nur wenige enden für den Menschen tödlich.
Etwas erschrocken, halten wir einen sicheren Abstand zu dem Tier, denn wir haben keine Ahnung, ob und wie giftig es sein könnte. Irgendwie kommt uns das Krabbeltier auch komisch vor, denn es scheint nicht ängstlich zu sein und mit dem Rückenpanzer ist wohl auch etwas nicht in Ordnung. Auf den ersten Blick schaut es so aus, als würde man die Innereien des Tieres betrachten können. Bei näherem Hinschauen sind wir entzückt und entsetzt zugleich: Der Rücken ist über und über mit Jungtieren besetzt! Das Muttertier durchquert mutig unseren offenen Wohnbereich und verschwindet dann über Stock und Stein hinter dem Haus. Etwa vier ihrer Babies “verliert” sie dabei, eventuell aber waren die Kleinen auch gerade dabei, in die Selbstständigkeit zu treten.

Am nächsten Morgen werden wir anstatt mit dem klassischen Krähen eines Gockels mit dem lautstarken Gebrüll der Brüllaffen geweckt.
In unserem Wohnbereich müssen wir erst die riesige Sauerei verstreuten Abfalles zusammenwischen – wir hatten vergessen, den Abfalleimer im Bad einzuschliessen und so haben sich die Waschbären rangemacht. Annie erzählt, dass die Tiere es sogar geschafft haben, die Verandatür zu öffnen und sich sich im Wohnzimmer vergnügt hätten. Es sei jedoch kein Schaden entstanden. “Unsere” Tiere wie die Katzen, Nasenbären, Papageien und Kolibris begleiten uns auch an dem heutigen Tag, auch ein Schwarzleguan lässt sich blicken und posiert gerne für ein paar Fotos.

Schwarzleguane sind zum Teil Baumbewohner, zum Teil halten sie sich aber auch in baumarmen Landschaften auf. Sie leben meist in trockenen Gebieten und können über einen Meter lang werden. Der Schwanz ist mit Stachelschuppen besetzt, welcher als Waffe eingesetzt wird. Sie verstecken sich häufig in Felsspalten oder sind auf Ästen oder im Laub zu erblicken.

Nachmittags taucht Annie mit ihren pubertierenden, aber sehr netten Enkeln auf. Zu unserer Überraschung nimmt Amelie einen der Papageien aus dem grossen Käfig und streichelt ihn. Er beginnt sogar zu singen – wir können nur staunen!

Anschliessend badet sie im Pool mit ihm und der Vogel scheint eine wahre Freude daran zu haben. Auch das Einhüllen in ein Badetuch und das Trocknen verläuft mit viel Liebe und vor allem Vertrautheit zwischen den beiden.

Später bringt uns Annie frische Mangos für weitere Jugos. Sie betont immer wieder, wie herzlich wir willkommen seien uns sie unsere Anwesenheit nicht stört, ja sie es sogar geniesst, uns bei sich zu haben. Sie und ihre Enkel verwöhnen uns mit Käse-Apéro, Fleisch- und Wurstspiessen und Erdnussbutter-Dessert. Mit unseren täglichen Milchshakes setzten wir der Kalorienbombe noch eins obenauf und unsere Hüften verwandeln sich nach und nach in Schwimmringe, welche wir hier beim fleissigen Baden gut brauchen können ?!

Kurz vor dem Zubettgehen erhaschen wir einen Blick auf ein Gürteltier, dass jedoch rasch in die Büsche verschwindet.
Der schützende Panzer des Gürteltieres ist in 7 bis 10 Gürtel unterteilt. Der Einzelgänger ist vorwiegend nachtaktiv und sucht dann nach Ameisen und Insekten. Wegen seines wohlschmeckenden Fleisches wurde und wird das Tier vom Menschen gejagt.

Auch bei der herzlichen Annie in Sámara haben wir uns wieder sehr gut eingelebt und verlassen sie mit ihren tollen Enkeln und dem wunderbaren Anwesen mit den vielen Tieren nur ungern.

Playa Santa Teresa

Wir fahren nach Playa Manzanillo zum Restaurant Atadecer Dorado. Von dort aus versuchen wir den beiden Wegbeschreibungen unserer Gastgeberin Carlotta zu folgen, welche unterschiedlicher und widersprüchlicher nicht sein könnten. Nach einer halben Stunde Hin- und Herfahrens finden wir die Unterkunft doch noch. Weit und breit ist niemand auf dem Gelände anzutreffen, doch da sowohl der Wohn- als auch Schlafraum offen gebaut sind, können wir uns ohne weiteres Einrichten. Leider ist die Truhe, welche wohl ursprünglich zugemacht werden konnte, kaputt und es ist uns nicht möglich, unsere Wertsachen abzuschliessen. Da das angeblich 24 Stunden und 7 Tage die Woche überwachte Areal alles andere als sicher ist, packen wir alles wieder ins Auto zurück und melden Carlotta, dass wir pünktlich angekommen sind, es jedoch an einigem in der Unterkunft mangelt. Dies sind zusätzlich zum bereits beschriebenen Sicherheitsmangel ein Moskitonetz mit etlichen, riesigen Löchern, sodass sich unzählige kleine Käfer im Bett befinden. Es fehlt ein Fan, ohne den die erdrückende Hitze nicht ausgehalten werden kann. Und beim Kochen fliegen einem ständig die maikäferähnlichen Tiere in den Topf, da der einzig vorhandene Deckel auf keine der Pfannen passt. Zudem ist die Toilette etwas abseits des Hauses ein Biokloset, was in der Beschreibung der Unterkunft ausgelassen wurde.
Nach den wohl unangenehmen Anschuldigungen hält es Carlotta nicht für nötig, selbst vorbeizukommen, geschweige denn uns eine Antwort per Mobiltelefon zukommen zu lassen. Es erscheint Matilda, die Nachbarin, die wirklich bemüht ist, diesem eklatanten Zustand entgegenzuwirken. Sie bringt ein anderes Moskitonetz, doch auch dieses ist mit Löchern übersät. Mit ihrem privaten Fan können wir uns während des Essens immerhin die grossen und kleinen Tiere fernhalten. Vegetarisch ist unsere Pasta mit Tomatensauce aufgrund der fehlenden Deckel ohnehin nicht mehr – über Proteinmangel können wir uns nicht beklagen.

Wegen des Gewitters kommen winzige, ca. 5 Millimeter grosse Käfer in Scharen angeflogen und flüchten in unser Bett – alles Ausschütteln der Decken hilft nichts, sie krabbeln durch jedes nur erdenkliche Loch des Moskitonetzes zurück ins Bett!
Zudem werden wir von einer riesigen Kröte überrascht, welche sich, wohl erschreckt durch unser fassungsloses Staunen, gut fotografieren lässt.

Wegen der vielen unliebsamen Krabbeltiere im Bett verbringen wir die Nacht bei romantischem Vollmond in trauter Zweisamkeit im unbequemen, dafür verhältnismässig sauberen Auto.

Vorher jedoch wird Airbnb kontaktiert und eine neue Unterkunft angeschrieben. Wir hoffen, die weiteren drei gebuchten Nächte bei Carlotta zurückerstattet zu erhalten.

Erst am nächsten Morgen meldet sich diese empört per Textnachricht, dass wir keine 5 Sterneunterkunft zu erwarten bräuchten und wir die Natur geniessen sollten.
Wir hätten Carlotta ja gerne mal in einem Bett mit tausenden von Käfern erlebt – ob sie sich diesem Erlebnis freiwillig unterzogen hätte?

Beim Zusammenpacken am nächsten morgen erhalten wir von Hennen, Gockel, Katzen, Hunden und einem riesigen Schwein Besuch – das einzig erfreuliche an diesem Ort.

Anschliessend flüchten wir regelrecht zur Playa Santa Teresa in das nur für wenig Geld mehr reservierte Appartement mit Meerblick. Die Auffahrt oder der Aufstieg zum Haus ist enorm steil und wir schaffen es mit unserem Wagen erst nach dem dritten Anlauf. Die Wohnung ist brandneu und unglaublich toll – wir sind überglücklich und fallen gleich in das saubere, weiche Bett. Den Rest des Tages verbringen wir leider damit, mehrheitlich Airbnb mit Beweisfotos und Argumenten für die eilige Stornierung zu bedienen und sind schlussendlich erfolgreich, indem wir immerhin die verbleibenden Nächte zurückerstattet erhalten.

Die Tage an der Playa Santa Teresa und Carmen verbringen wir hauptsächlich mit Nichtstun, am Strand entlang spazieren und Tacos essen. Eines Abends taucht plötzlich ein junger, schwarzer Kater vor unserer Haustür auf und miaut herzzerreissend, sodass wir ihn mit etwas mit Wasser verdünnten Milch aufpäppeln.

Playa Montezuma

Weiter geht die Reise über die Playas von Mal País nach Montezuma, wo uns Gastgeber Jeff und Hündin Ely erwarten. Seine Villa mit riesigem Privatpool ist gigantisch und wir fühlen uns sofort wohl – welch Wunder ?.

Unsere Wohnung ist mit allem ausgestattet, was das Herz begehrt und so backen wir hausgemachte Pizza, der Teig dazu ist von Fabio mit Liebe handgeknetet. Aus dem Essen auf dem Sitzplatz wird leider nichts, da sich auf dem Nebentisch eine ca. 120 Zentimeter lange Schlange platziert hat.

Die Lyraschlange ist ein nachtaktiver Bodenbewohner und ernährt sich hauptsächlich von Echsen und anderen Schlangen, aber auch Kleinsäuger und Vögel werden nicht verschmäht. Sie sei eher schwach giftig, für den Menschen wohl eher ungefährlich.
Sie macht keine Anstalten zu verschwinden, sondern schlängelt sich lediglich bei der Abtrennwand hoch und runter. So ziehen wir uns in die Wohnung zurück und geniessen nach ein paar Fotos des Tieres die knusprig gebackene Pizza in der erdrückenden Hitze drinnen.

Auch in Montezuma müssen wir uns einmal mehr mit einem Stromausfall abfinden. Doch dies trübt unsere Stimmung nicht, denn auf 14 Uhr ist Fabio mit Blu für eine Surflektion verabredet. Zum Übungsstrand Playa Grande ist es etwa eine halbe Stunde zu Fuss. Sara beschäftigt sich in der Zwischenzeit anderweitig und holt den erschöpften Fabio anschliessend ab. Gemäss Blu macht sich der Neuling ganz gut auf dem Surfbrett. Schliesslich, so sagt man, ist Surfen im Vergleich zu Snowboarden und Skaten eher schwieriger und vor allem anstrengender, da die Wellen unberechenbarer sind.

Beim gemeinsamen Zurückschlendern dem Strand entlang werden Brüllaffen in den Baumkronen gesichtet und beobachtet.

Der Brüllaffe ist die häufigste Art in Costa Rica und sein Fell ist meist schwarz, manchmal bräunlich. Er ernährt sich ausschliesslich von Blättern und Früchten und bewegt sich, da er mit seinen Energiereserven haushalten muss, sehr langsam. Das ist auch der Grund, wieso die Männchen ihr Revier nicht mit Kämpfen verteidigen, sondern mit ihrem ohrenbetäubenden Gebrüll, welches wir allmorgendlich mal von weit, mal von ganz nah hören.

Bei einem Tagesausflug mit anderen Touristen düsen wir mit einem Boot zur Isla Tortuga.

Bei vorgelagerten Inselchen wird erst geschnorchelt, doch die Sicht im Wasser ist nicht derart klar, wie wir uns dies gewohnt sind und so hält sich unsere Begeisterung in Grenzen. Auf der Hauptinsel, welche ihren Namen wegen deren Form und nicht aufgrund des Vorhandenseins von etwaigen Schildkröten erhalten hat, geniessen wir das Baden im warmen Meer – noch nie während unserer Reise haben wir so lange am Stück im Wasser gelegen!

Das anschliessende Mittagessen mit frischem Fisch und Früchten ist köstlich!
Während unserer Rückfahrt nach Montezuma wird der Himmel grau und dunkel und wir sind froh, dem Unwetter knapp entfliehen zu können. “Zuhause” begrüsst uns Jeff zusammen mit Blu. Während wir im Pool planschen, stossen wir mit einem Jack Daniels auf die erste Cashew-Ernte an, welche Jeff auf seinem benachbarten Grundstück gesammelt hat. Blu grillt oder besser gesagt “flambiert” die frischen Nüsse auf auf der Terrasse.

Ohne diesen Vorgang wäre der Verzehr wohl giftig, ebenso die Dämpfe, die beim Grillen entstehen. Die beiden Männer üben sich noch in der Zubereitung der Cashews und so qualmt es ordentlich aus dem Grill. Beim anschliessenden Herausbrechen des essbaren Teiles geht vieles davon verloren, da es zu stark erhitzt wurde.

Das wenige, was an Essbarem noch übrigbleibt, wird von Jeff mit Honig und Salz überzogen und so teilen wir uns einen leckeren, selbst gemachten Apéro. Später bekocht Sara die Mannschaft mit feiner Pasta und ein aktionsreicher Tag nimmt ein gemütliches Ende.

Das Verlassen des luxuriösen Anwesens und vor allem Jeffs herzlicher Gastfreundschaft fällt uns schwer. Dennoch düsen wir voller Tatendrang vorbei an der Playa Tambor, wo uns der weite, breite Strand sicherlich gut für einen Aufenthalt gefallen hätte. Pünktlich kommen wir kurz vor 11 Uhr beim Fährterminal Playa Naranja an, um mit dem Schiff nach Puntarenas zu gelangen. Doch wie wir feststellen müssen, fährt der Dampfer erst um 12:30 Uhr los, dabei hatte uns Jeff 11 Uhr angegeben. Von einem Arbeiter vor Ort erfahren wir, dass um 11 Uhr ein Schiff beim Terminal Paquera ablegt – von diesem hatte Jeff wohl gesprochen! Doch in 15 Minuten schaffen wir die knapp einstündige und 29 Kilometer lange Holperstrasse, von welcher wir hergekommen sind, nicht zurück. Google Maps hat uns nur den Übergang von Naranja angezeigt – leider. Nun gut, anstatt 1.5 Stunden lang rumzusitzen, fahren wir über die Puente La Amistad in Richtung Puntarenas und weiter nach Quepos, unserem nächsten Reiseziel.

Zeitraum

19. April bis 7. Mai

Galerie

Schritte

5 Kommentare bei „Costa Rica – La Fortuna & Nicoya-Halbinsel“

  1. Hoi zäme,
    Bleibt ihr wirklich noch rund 40 Tage in Costa Rica?
    Wann gedenkt ihr wieder in die “bünzlige” Schweiz zurückzukommen?

    Schöne Weiterreise und viele Abenteuer!
    Hans

  2. Sali zäme,

    Ich nehme an, dass ihr nicht 44 Tage in Costa Rica bleibt — oder?
    Es handelt sich hierbei mit grosse Wahrscheinlichkeit um einen Schreibfehler!

    Die Eintrittspreise in die Parks in Costa Rica sind aber happig! Ich vermute, dass diese Preise nur für Ausländer gelten. In Thailand gibt es immer offizielle Preise für Einheimische und offizielle Preise für Ausländer. Diese differieren meistens um ein Mehrfaches!

    Das Bungalow Villagio Nr. 1 in Playa Potrero gefällt auch mir ausgezeichnet.

    In unserem Haus in Thailand ist die einheimische Küche auch draussen und nur überdacht. Dies aus folgenden Gründen:

    1. Gerüche ziehen besser ab.
    2. Da immer eine leichte Brise weht, ist es für den Koch angenehmer (= kühler) zu arbeiten.
    3. Die einheimischen Küchen werden immer mit Gas betrieben. Bei einer allfälligen Explosion, wird nicht das ganze Haus demoliert.

    Die europäische Küche ist hingegen voll ins Haus integriert.

    Grüsse aus CH
    Hans

    1. Hoi Hans

      Warum sollte das mit den 44 Tagen ein Tippfehler sein?

      Die Eintrittspreise haben sich im Verlauf unsere Reise nach unten “korrigiert”. La Fortuna scheint ein sehr teures Pflaster zu sein in Costa Rica. Am Anfang hatten uns die Preise aber regelrecht erschlagen. Das mit den einheimischen und ausländischen Preisen ist auch in Costa Rica so, wie du es beschreibst. Hinzu kommen meist noch spezielle Preise für Studenten, Schüler und Pensionäre (letzteres kennst du wohl aus der Schweiz 🙂 ).

      PS: Du kannst uns live verfolgen auf https://www.saraundfabio.reisen/?page_id=8 .Der Blog ist um ca. 1 Monat verzögert ( siehe Zeitraum in den Blog-Posts). Die Tracking-Daten sind bei vorhandenem WiFi Tagesaktuell (momentan sind wir auf den Galapagos Inseln).

      LG Fabio & Sara

  3. De Papagei isch zwar musikalisch zimli talentiert…..aber im Vergliich zum Zibeli isch er en bluetige Aafänger! ;-D

    1. De Zibeli eschen Legände.. sälbschd d Sara het grad gwüsst um wär es sich handlet 🙂

      Lg Fabio & Sara

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.