Costa Rica – zentrale Pazifikküste & Península de Osa

Parque National Manuel Antonio

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Erlebnisse

Auf der Fahrt nach Quepos kaufen wir im geschäftigen Jacó ein, wenig später geniessen wir einen grandiosen Blick auf die Playa Hermosa – welch origineller Name ?!

Kurz bevor wir in Quepos ankommen, regnet es in Strömen und beim Runtersteigen der Stufen zum Appartement von Thierry rutscht Fabio aus und fällt unglücklich hin. Dank Saras Fürsorge erholt sich der Schwerverletzte rasch und wir freuen uns auf die Besichtigung des Parque National Manuel Antonio.

Bereits bei der Anfahrt zum Park wollen uns Einheimische auf ihren Parkplatz locken, der jedoch noch gut zwei Kilometer vom Eingang entfernt liegt. Wir sind von Thierry und anderen Touristen vorgewarnt und so schlängeln wir uns durch die aufdringlichen Parkwächter bis zum Parkeingang hindurch und finden problemlos einen Abstellplatz. Beim Tickethäuschen warten auch schon die ersten Führer, um uns eine Tour aufzuschwatzen. Wir wissen, dass es zum Teil nicht ganz einfach ist, Tiere in der Wildnis überhaupt zu entdecken, da ihre Camouflage (Tarnung) einfach grandios ist. Da wir uns jedoch an einem sehr touristischen Ort befinden, gehen wir davon aus, dass sich manche Tiere leider an die Menschenhorden gewöhnt haben und sich somit sowieso blicken lassen und es zudem viele geführte Gruppen haben wird, denen wir uns abwechselnd unauffällig anschliessen können. Prinzipiell sind wir überhaupt nicht gegen Touren mit viel Wissensvermittlung, aber eine Massenabfertigung ist uns das Ganze schlicht nicht wert.
Der Park verfügt über mehrere Pfade, welche wir im Verlaufe des halben Tages ablaufen.

Im inneren des Waldes halten sich weniger Touristen auf und es ist ruhig und angenehm. Den Stränden entlang tummeln sich weitaus mehr Leute, viele geniessen den Strand und baden im Meer der geschützten Buchten. Da hier die Rucksäcke liegengelassen werden, nähern sich gerne Waschbären und Affen – es ist amüsant zuzuschauen, wie dösende Touristen aufschrecken, wenn ein Tier sich ihrer Essenstasche bedient.

Im Folgenden ein paar Informationen über die Tiere, welche wir bei dem heutigen Ausflug sichten:

Den Weisswedelhirsch entdecken wir gleich am Parkeingang, er scheint sich an die vielen Menschen gewohnt zu sein und lässt sich beim Fressen nicht stören. Er gehört zu den am weitesten verbreiteten Hirscharten überhaupt und hält sich zwischen Südkanada bis Peru und Nordbrasilien auf. Er hat sich einer Vielzahl unterschiedlicher Habitate angepasst. Diese Hirschart wurde auch in anderen Teilen der Welt eingeführt, in Neuseeland zum Beispiel zu Jagdzwecken.

Erwachsene, männliche Helmbasiliske haben einen aufstellbaren, knorpeligen Kopfhelm und hohe Schwanz- und Rückenkämme. Die bis zu 80 Zentimeter langen Tiere sind super Schwimmer und ernähren sich vor allem von Kleintieren und Früchten. Von Besonderheit sind ihre langen Beine und Zehen, mit denen sie auf der Wasseroberfläche laufen können, weil sie mit einem Hautsaum verbreitert sind. Zudem wird durch die schnelle Bewegung das Wasser nur kurz berührt. Diese Fortbewegungsart mit bis zu 12 Kilometern pro Stunde ist eine gute Möglichkeit zur Flucht bei Feinden, da sie schneller als das Schwimmen ist.

Auch sichten wir andere, kleinere Echsen.

Der attraktiv gefärbte Baumsteigerfrosch, auch Pfeilgift- oder Farbfrosch genannt, frisst giftige Tiere, wie zum Beispiel Ameisen, mit deren Gift er ein eigenes giftiges Sekret produziert, welches wiederum durch seine Haut abgesondert wird. Dieses Sekret tritt bei anderen Tieren oder Menschen durch kleine Verletzungen oder Hautporen in den Blutkreislauf ein und kann auf das Nervensystem wirken und zu Muskel- und somit auch Atemlähmung führen, in schweren Fällen beim Menschen nach etwa 20 Minuten zum Tod.  Die tollen Farben fungieren also als Warntracht!
Die Bezeichnung Pfeilgiftfrosch stammt daher, dass bestimmte Indianerstämme in Westkolumbien die Pfeilspitzen ihrer Blasrohr-Waffe mit diesem Sekret benetzt hatten.

Das Dreifinger-Faultier sehen wir nur von weitem sich langsam an einem Ast entlang fortbewegen, ein Zweifinger-Faultier beobachten wir etwas näher beim Schlafen. Über beide Arten wird bei unseren Erlebnissen an der Karibikküste genauer berichtet.

Die Landkrabbe hält sich vorwiegend in der Nähe von Stränden auf, da das Meer für die Fortpflanzung entscheidend ist, daher treffen wir sie überall an.

Der Nordamerikanische Waschbär wirkt mit seiner schwarzen Gesichtsmaske wie ein kleiner Räuber. Er erreicht eine Körperlänge bis zu 50 Zentimetern, ist vorwiegend nachtaktiv und lebt meist in Wassernähe, denn er ist ein guter Schimmer. Sie Tiere werden übrigens Waschbären genannt, weil sie die Angewohnheit haben, ihre Beute vor dem Verzehr zu waschen. Sie gelten als Allesfresser.

Weissschulterkapuziner-Äffchen kommen überall in Costa Rica vor. Sie leben in grossen Sozialverbänden und ernähren sich von Früchten, Insekten, Vögeln, Leguanen und kleinen Säugetieren. Sie sind sehr neugierig und wagen sich frech an Menschen heran, um ihnen Esswaren direkt ab der Hand zu klauen oder in unbeaufsichtigten Rucksäcken zu wühlen.

Das Aguti, auch Goldhase genannt, erreicht eine maximale Grösse von etwa 50 Zentimetern. Das tagaktive, scheue Nagetier ist mit dem Meerschweinchen verwandt. Es hat die Angewohnheit, Früchte und Samen in Löcher zu vergraben und spielt damit eine wichtige Rolle für die Verbreitung von Pflanzen.

Libellen gibt es in Costa Rica etliche verschiedene, weltweit sind im Jahre 2008 etwa 5680 Arten bekannt gewesen. Die Namensgebung “Libelle” war lange Zeit ungeklärt und wurde erst in den 1950er Jahren entdeckt. Sie stammt aus einem Werk von Guillaume Rondolet (1558), in welchem in ein paar Zeilen die Larve einer Kleinlibelle beschrieben und diese mit einem Hammerfisch aus Italien und einer Wasserwaage eines Architekten verglichen wird.

Nach dem erlebnisreichen Besuch des Parks wollen wir uns bei einem kühlen Getränk im El Avion Flugzeug etwas erfrischen. Wir sind eher enttäuscht von der ganzen Aufmachung, auch wenn die Idee mit dem Flugzeug im Dschungel toll ist. Doch die Maschine befindet sich, nicht wie auf 20 Minuten beschrieben, im Wald, sondern an der Hauptstrasse zum Nationalpark, wo sich Restaurants und Hotels aneinanderreihen und um den Besuch der Gäste konkurrieren.

Die Aussicht von der Terrasse ist zweifelsfrei herrlich, doch dabei sitzen wir nicht im Flugzeug, sondern drum herum. Im Inneren befindet sich lediglich eine Bar mit Sitzgelegenheit, die bei schönem Wetter natürlich nicht besucht wird, auch wenn sie toll eingerichtet ist.

Bevor wir uns in den nächsten Nationalpark stürzen, finden wir im Hotel Centro Turistico Neily im gleichnamigen Ort eine Unterkunft mit sehr gutem WiFi, welches wir bitter nötig haben, um die vielen Tierfotos und Videos in der Cloud zu sichern.

Am nächsten Tag steuern wir, nachdem wir die “Strassen”-Situation nach Bahía Drake übers Telefon der Rezeption abgeklärt und ein “dios te acompañe” von der herzlichen Hoteldame mit auf den Weg erhalten haben, unsere Unterkunft Hotel Finca Maresía auf der Península de Oso an. Die Fahrt durch die saftig grünen Wälder und Wiesen ist atemberaubend schön, immer wieder überqueren wir einen kleinen Fluss. Bei einer Passage ist es etwas tiefer und Fabio düst mit ordentlich Schwung durch das Gewässer. Wir bleiben zum Glück nicht stecken und kommen heil bei der Unterkunft an. Das Zimmer ist grösser als erwartet und verfügt über eine Terrasse mit zwei Hängematten, von wo aus wir einen herrlichen Ausblick auf den Garten haben.

Wir geniessen den Nachmittag in der Unterkunft und buchen für die kommenden zwei Tage je einen Ausflug zum Parque National Corcovado und zum Punta Río Claro National Wildlife Refuge.
Das Abendessen nehmen wir jeweils in der Finca ein, es gibt immer einen Salat, eine Suppe, einen Hauptgang mit Fisch oder Fleisch und ein Dessert. Dabei wird an einer langen Tafel mit anderen Gästen gespeist. Während unseres Aufenthaltes sind nie mehr wie zehn Leute anwesend – es bleibt zu unserer Freude gemütlich und familiär.
Speziell sind auch die beiden hauseigenen Katzen und Hunde:
Erstere sind richtig fett und mit dem dicksten Fell ausgestattet – unpraktischer könnte dies in der Hitze des Dschungels nicht sein! So erstaunt es nicht, dass sie meist schlafend auf der Terrasse anzutreffen sind. Sie liegen genüsslich auf dem Rücken und haben alle Vieren von sich gestreckt.

Bei den Hunden ist der eine schlank und mit strahlend blauen Augen beglückt, die einen sofort in ihren Bann ziehen.

Der andere ist fett wie die beiden Katzen und bevorzugt das Liegen ebenfalls jeglicher Aktivität (ausser dem Fressen vielleicht).

Parque National Corcovado

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Erlebnisse

Auf 5:00 Uhr morgens heisst es Tagwache, auf 5:30 Uhr wird ein leckeres Frühstück mit frischen Früchten, Toasts, Pancakes und Kaffee serviert. Um 5:55 Uhr werden wir mit dem Jeep zum Strand gefahren, wo wir mit anderen Touristen in ein Boot steigen und zum Nationalpark fahren. Unterwegs halten wir an ein paar anderen Stränden und laden weitere Gäste ein. Als wir komplett sind, schüttet ein heftiges Gewitter all seine Wasserreserven auf uns nieder. Keine Unterwäsche bleibt trocken und so beginnen wir unsere Tour mit sechs weiteren Leuten und einem Führer klitschnass an der Playa Sirena.

An diesem wundervollen Tag entdecken wir folgende Tiere:

Gleich am Strand sieht jemand einen Tapir, dem wir hinterherlaufen. Wir können ihn nur aus der Ferne beobachten, dann verschwindet er im Gebüsch. Wir spüren ihn auf, doch ein Foto durchs Geäst gelingt uns leider nicht.
Der hier heimische Tapir hat seine Schnauze zu einem kurzen Rüssel verlängert, ist aber nicht mit den Elefanten verwandt, sondern mit Pferden und Nashörnern. Das massige Tier wird bis zu 2.4 Meter lang, 300 Kilogramm schwer und etwa 1.2 Meter hoch. Er ist in Costa Rica nicht nur am Meer, sondern auch im Bergland auf bis zu 3350 Metern Höhe anzutreffen, auf alle Fälle in Wassernähe. Er ernährt sich rein pflanzlich und wird von Raubkatzen gejagt.

Beim Fluss Río Corcovado entdecken wir einen Rosa Löffler. Dieser gefährdete Wasservogel hat einen grossen, am Ende löffelartig verbreiterten Schnabel. Wie Flamingos erhält er seine schöne Rosafärbung duch karotinreiche Nahrung. Das scheue Tier bewohnt offene Sumpfgebiete und die Uferzonen meeresnaher Gewässer, nistet in Kolonien und baut sein Nest häufig in Mangroven.

Unterwegs auf den schmalen Pfaden müssen wir immer wieder aufpassen, nicht auf die Blattschneiderameisen zu treten, welche mit den gesammelten grünen Blattteilen, die sie mit ihrem Mundwerkzeug von grösseren Blättern abgetrennt haben, ihre langen Bahnen durch den Dschungel ziehen und die Stückchen in ihren Bau transportieren. Diese werden dort in 29 verschiedenen Schritten bearbeitet, bis schlussendlich ein regelrechter Pilzgarten entsteht.
Diese Ameisen können in Plantagen von Nutzpflanzen, wie zum Beispiel Getreide, Kokospalmen, Kakao, Obst, etc. einen grossen Schaden anrichten, denn eine Kolonie dieser kleinen, arbeitsamen Tiere kann pro Tag so viel Vegetation schneiden, wie eine ausgewachsene Kuh frisst.
Ihre natürlichen Feinde sind Ameisenbären, Vögel, Gürteltiere und Echsen. In Mexiko und Kolumbien werden die Blattschneiderameisen als hormiga culona, eine Spezialität, verspeist.

Der Nördliche Tamandura ist mit Kopf-Rumpf-Länge von durchschnittlich 56 Zentimetern ein mittelgrosser Ameisenbär, welcher einzelgängerisch sowohl am Boden als auch auf Bäumen lebt und sich von staatenbildenden Insekten ernährt.

Der potentiell gefährdete Grosstinamu lebt in losen Gruppen mit mehreren Weibchen zusammen und ernährt sich vor allem von Beeren, Samen und Insekten. Fliegen tun die Tiere äusserst selten, meist bei Gefahr. Die Küken sind Nestflüchter und suchen ihre Nahrung bereits nach einem Tag selbstständig.

Die Heuschrecken Costa Ricas sind alle ungefährlich, auch wenn sie aggressiv ausschauen wie diese in ihrem Wespenkostüm ?!

Der Blauer Morphofalter ist eigentlich ein Schmetterling, der eine Flügelspannweite von bis zu 12 Zentimetern aufweist und sich von gärenden Früchten ernährt. Die blaue Farbe entsteht durch Interferenz des Lichts auf den Schuppen der Flügel und nicht durch Pigmente. Schmetterlinge schliessen ihre Flügel beim Landen, ausser sie wollen diese trocknen. Wir haben Glück, ein solches Bild des schönen Insektes festhalten zu können.

Die Hokkohühner, auch Hokko genannt, sind trotz ihrer verborgenen Lebensweise bei den Einheimischen wegen ihrer sehr lauten Rufe bekannt, sie sind zum Teil bis über einen Kilometer weit hörbar. Die Vögel leben im tropischen Regenwald und ernähren sich ausschliesslich pflanzlich. Der unsrige ist ein männlicher Karunkelhokko.

Bergtrogone ernähren sich von Beeren, Früchten, Wirbellosen und Insekten. Sie gehören zu den farbenprächtigsten Vögeln. Sie sind Höhlenbrüter, d.h. sie nisten in einem morschen Baum oder in einem Termitenhügel.

Der Hellrote Ara ist einer der grössten Papageien der Welt und kann eine Länge von bis zu 90 Zentimetern und ein Gewicht von bis zu einem Kilogramm erreichen. Er ernährt sich von Samen, Nüssen, Früchten, beeren und Knospen. Diese Vögel leben in Gruppen von bis zu 20 Tieren, während der Fortpflanzungszeit entfernen sie sich paarweise von ihren Gruppen.

Der Norops ist eine neotropische, kleine Echse aus der Gruppe der Leguanartigen. Die Männchen besitzen eine zur Körperfarbe kontrastierende Kehlfahne, die sie durch Abspreizen ihres Zungenbeines aufstellen können. In Verbindung mit Kopfnicken wird die Fahne zur Anlockung von Weibchen für die Paarung, zur Revierabgrenzung und zum Beeindrucken von Kontrahenten genutzt.

Die Spinnenaffen sind aus der Familie der Klammerschanzaffen, da ihre Schwänze derart stark ausgebildet sind, dass sie sich daran „aufhängen“, um alle vier Extremitäten frei zu haben. Ihr Fell hat eine rotbraune Färbung und sie sind Pflanzenfresser. Erstaunlicherweise müssen sich die Weibchen nach der Entwöhnung ihres Nachwuchses einer neuen Gruppe anschliessen, während die Männchen bei ihrer Familie bleiben.

Akazien-Ameisen haben eine symbiotische Beziehung zu Akazien-Bäumen, denn die fleissigen Tierchen sorgen dafür, dass andere Tiere nicht an den Blättern nagen und entfernen Schlingpflanzen, die auf dem Baum Fuss zu fassen versuchen. Dafür bietet die Akazie den Ameisen in den hohlen Dornen ein Heim und an den Blattstielen süssen Nektar zur Nahrung. Haben die Ameisen erst mal von dem grosszügig bereitgestellten Nektar gekostet, ist es ihnen danach nicht mehr möglich, den Nektar eines anderen Baumes zu verdauen – die emsigen Soldaten werden in eine Abhängigkeit getrieben, aus der sie lebend nicht herauskommen!

Cherries-Tangaren gehören zur Ordnung der Sperlingsvögel. Sie fressen vor allem Insekten, kommen in Amerika vor und ihr Gesang ist nicht wirklich speziell. Nichts desto weniger sind sie hübsch anzuschauen.

Der Brautschleier-Pilz, auch Stink-Phallus genannt und der Familie der Stinkmorchel (Phallaceae) zugehörig, ist zwar kein Tier, dennoch möchten wir ihn hier an dieser Stelle besonders hervorheben, weil er uns einfach sehr gefällt.

Das Mittagessen nehmen wir in der Sirena Ranger Station ein und wie bereits am Abend zuvor geniessen wir zum Dessert ein köstliches Tres Leches. Dieses Dessert ist sowohl in Mittel- als auch Südamerika weitverbreitet. Wir sind beide hellbegeistert und der Zuckerbombe total verfallen.

Die Rückfahrt mit dem Boot fällt mit gut einer Stunde um eine halbe Stunde kürzer und ohne Regen aus, wofür wir sehr dankbar sind.

Punta Río Claro Naitonal Wildlife Refuge

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Erlebnisse

Das Aufsteh-Programm ist das gleiche wie tags zuvor, doch kurz vor 6 Uhr werden wir von Gustavo, unserem Führer, persönlich abgeholt und mit seinem Bus zum Punta Río Claro Naitonal Wildlife Refuge gefahren. Da es stark regnet, begeben wir uns zu einem geschützten Unterstand. Die Spuren eines Tapirs verlaufen leider im Sande, respektive im Schlamm. Der Regen hört immer mehr auf uns so zeigen sich uns auch vermehrt Vögel. Während unseres 6stündigen Aufenthaltes im Gelände mit einer Wanderung durch das Dickicht können wir folgende Tiere beobachten:

Bei Braunrückentukanen, die eine Grösse von ungefähr 50 bis 55 Zentimeter erreichen, ist der Schnabel oben gelb und unten braun, die Farben bilden eine diagonale Trennlinie. Die Halspartie ist gelb, das Gefieder ist schwarz, am Kopf eher bräunlich. Sie leben paarweise zusammen und ernähren sich vorwiegend von Früchten, die sie mit ihrem grossen Schnabel von den Zweigen pflücken, von Insekten und zum Teil von Reptilien, Amphibien, Vogeleiern und Jungvögeln.

Der Weiss-, respektive Schneebussard, hat eine Grösse von etwa 50 Zentimetern und sein Gefieder ist bis auf seine schwarzen Schwingen und den Schwanz weiss.

Der Nacktkehlreiher ist in Mittelamerika sehr verbreitet und mit einer Grösse von bis zu 80 Zentimetern gar nicht so schlecht sichtbar. Wie sein Name bereits verrät, ist seine Kehle nicht gefiedert, sondern nackt und präsentiert sich in gelblicher Farbe, während der Brutzeit eher in Orange. Er ernährt sich hauptsächlich von Fischen, aber auch Frösche und Krabben werden verspiesen.

Goldene Seidenspinnen kommen in den USA und bis hinunter nach Argentinien vor. Die Weibchen sind grösser als die Männchen, ihre Körperlänge beträgt bis zu 4 Zentimetern. Das Weibchen hat einen langen Hinterkörper. Seine Grundfarbe variiert von orange bis olivgrün. Auf der Oberseite kann man 10 bis 12 gelbe, in zwei parallel verlaufenden Reihen angeordnete Punkte sehen. Die Fäden dieser Spinnen sind extrem reissfest – die Zugfestigkeit ist höher als bei Nylon. Es ist schon mehrfach beobachtet worden, dass kleinere Vögel sich in den Netzen verheddern, obwohl sie nicht zum Beuteschema der Seidenspinnen gehören.

Der Schwarze Ameisenvogel kommt in Mittel- und Südamerika vor. Seine Flugkünste sind nicht besonders gut ausgeprägt. Hüpfend sucht er am Boden suchen sie hüpfend nach Insekten, nicht nur Ameisen.

Der Baumsteiger-Vogel (Keilschnabel-Baumsteiger oder auch Rindenpicker) kann mit seinen scharfen Krallen und den steifen Schwanzfedern, die er als Stütze benutzt, gut an Bäumen entlanglaufen und sich mit seinem spitzen Schnabel somit von Insekten, welche sich in den Ritzen der Baumrinde befinden, ernähren. Sein Nest legt er in einem verlassenen Spechtloch oder in einer Baumhöhle an.

Schwefeltyrannen sind Sperlingsvögel, die etwa 22 Zentimeter lang und 63 Gramm schwer werden, relativ laut und gesellig sind und als Allesfresser gelten. Auf ihrer Speisekarte stehen daher Insekten, Nagetiere, Eidechsen, Frösche und auch Früchte.

Der Amazonasfischer hat die typische Form eines Eisvogels und weist daher einen langen Schnabel und einen kurzen Schwanz auf. Im Flug über das Gewässer schnappt er nach kleinen Fischen und Garnelen.

Die Haut des Glasfrosches ist fast durchsichtig und nimmt die Farbe des Hintergrundes an, in unserem Beispiel sieht das Fröschchen daher grün aus. Die Eier werden in einer gelartigen Masse an die Spitze eines Blattes gehängt und vom Männchen behütet. Nach dem Schlüpfen fallen die Kaulquappen ins Wasser, wo sie sich zu Fröschen entwickeln. Dieser Frosch ist nicht giftig.

Der Grüne Honeycreeper gehört zur Familie der Tangaren und wird knapp 14 Zentimeter lang und etwa 14 bis 23 Gramm schwer. Er fällt vor allem durch sein schönes Gefieder auf. Genauso schön ist sein Kumpan auf dem Bild, ein Violaceous Trogon. Eine eindeutige deutsche Übersetzung haben wir für die beiden Vögel leider nicht gefunden.

Unterwegs entdecken wir auch verschiedene Käfer, Echsen, Heuschrecken, Frösche, Tausendfüssler, eine Fledermaus und zwei kleine Schlangen, deren Namen uns leider unbekannt bleiben.

Oder ein Nest mit Vogeleiern und einen Baumstamm, an dem die Spuren einer Raubkatze zu sehen sind.

Ein Schauspiel besonderer Art und ein guter Abschluss unserer Tour bietet der Michael Jackson Vogel:

Extrem müde und hungrig gelangen wir zum Auto zurück. Beim Haus einer Kollegin erhalten wir ein herrlich schmeckendes, grosszügiges Mittagessen und Isaac, Gustavos Sohn, zeigt uns eine kleine Schlange und formt mit wenig Knetmasse in kürzester Zeit unglaublich tolle Figuren und altertümliche Waffen. Wir sind begeistert von seiner Fähigkeit!

Auch diesen Nachmittag verbringen wir wieder in der Unterkunft mit Ausruhen. Unterdessen regnet es wieder enorm stark und wir sind besorgt, am kommenden Morgen mit dem Auto nicht durch die Flüsse fahren zu können und weitere Tage an der Bahía Drake zu verbringen. Auch die Besitzer können uns nichts Weiteres sagen, als dass wir die Nacht abwarten und den Stand der Flüsse, oder zumindest den des einen grossen, abwarten müssen.

In der Nacht hört es zum Glück auf zu regnen, doch als wir am Frühstückstisch sitzen, tropft es wieder vom Himmel herunter. Trotz des Wasseranstieges in den Flüssen scheint nach Angaben der Leute vor Ort das Passieren möglich zu sein und so nehmen wir die lange Fahrt von Bahía Drake nach San José zuversichtlich auf uns. Um das Dorf verlassen zu können, müssen wir den grössten aller Flüsse überqueren. Da das Wasser auch für uns sichtlich höher steht als ein paar Tage zuvor, watet Sara mit ihren bereits nassen Wanderschuhen zu Fuss durch den Fluss, um die Situation abschätzen zu können.

Fabio kommt hinterhergefahren und Sara filmt die geglückte Überquerung.

Den Rest der Strecke kommen wir zügig vorwärts. In Uvita fahren wir zum Strand und wollen mit der Drohne die bekannte Walflosse filmen, welche sich zwischen der Playa Uvita und der Playa Hermosa gebildet hat. Leider ist der Wind zu stark und die Distanz zum Parque National Marino Ballena zu weit, um das Gewünschte abzulichten. Dennoch geniessen wir das Zirpen der Grillen im Wald an diesem Strandabschnitt und die mystische Szenerie aus Sumpf, Bäumen, Moos und Farnen.

Zeitraum

7. bis 14. Mai

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Parque National Manuel Antonio

Parque National Corcovado

Schritte

Ein Kommentar bei „Costa Rica – zentrale Pazifikküste & Península de Osa“

  1. Sali zäme,
    Schöne Tieraufnahmen, toll! Sie könnten in der Masoala-Halle im Zürich Zoo geschossen worden sein.
    In Mexico und Kolumbien werden Ameisen als Leckerbissen verspiesen. In Thailand sind Ameiseneier eine Delikatesse. Sie sind, je nach Jahreszeit, auf jeder Speisekarte eines gut geführten Thai-Restaurants aufgeführt. Nok liebt die Ameiseneier heiss und isst sie wenn immer möglich!

    Weiterhin viel Spass
    Hans

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