Costa Rica – Volcán Irazú & Valle de Orosí

Volcán Irazú

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Erlebnisse

Nach Uvita fahren wir über San Rafael und die Carreterra Interamericana, wobei wir kurvige Strassen bis in Höhen von über 3200 Metern über Meer hinaufschlängeln und über Cartago nach San José zu unserer Unterkunft bei Heribierto gelangen. Der aus Peru stammende Physiotherapeut ist ein eher komischer, nicht gesprächiger Kauz, der ein grosses Haus in einem Wohnquartier inmitten von Baustellen hat. Er verfügt über eine geräumige Praxis und einen grosszügigen Garten mit verschiedenen Blumen, Limonen- und Bananenbäumen. Die Blüten ziehen etliche Kolibris an. Wir nutzen hier sowohl die grosse Küche, wo wir leckeren Fisch und Pasta mit Gemüse zubereiten, als auch das gute WiFi.

Um 6:30 Uhr klingelt der Wecker, kurz nach 7 Uhr fahren wir los zum Volcán Irazú. Wir sind unschlüssig, ob sich die Fahrt dorthin überhaupt lohnt, denn in San José zeigt sich eine graue Nebeldecke. Doch bereits in Cartago lichtet sich das Grau und die Sonne lugt immer mehr hervor, sodass wir, kurz vor Türöffnung oben angelangt, wunderbar sonniges Wetter haben.

Der Name des Vulkans geht auf das indigene Wort ara-tzu (Donnerpunkt) zurück. Mit 3432 Metern ist er der höchste Vulkan des Landes. Er ist noch heute aktiv und zählt anscheinend zu den gefährlichsten und unberechenbarsten Vulkanen des Landes. Da dies auch über die meisten anderen Vulkane von Costa Rica geschrieben steht, sind wir deswegen eher unbeeindruckt. Seit dem 18. Jahrhundert sind aber dennoch 15 Eruptionen verzeichnet worden. 1723 wurde Cartago bei einem Ausbruch des Vulkans zerstört.

Der Schichtvulkan hat drei Krater, wovon der Spektakuläre einen Durchmesser von 1050 Metern und eine Tiefe von 300 Metern aufweist, wo sich ein durch Regen gespeister Säuresee befindet.

An selten klaren Tagen kann man von der Spitze des Berges sowohl das karibische als auch das pazifische Meer sehen. Wir sind schon glücklich, den Kratersee überhaupt bestaunen zu können, denn bereits kurz nach 9 Uhr ziehen die ersten Nebelschwaden in beeindruckend rasantem Tempo über die Kuppe und nehmen einem nach und nach die Sicht auf das schöne Naturwunder.

Valle de Orosí

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Erlebnisse

Weiter geht die Reise ins Valle de Orosí, wo wir eigentlich gerne bei Franziska von der Panadería Suiza einen hübschen Wohnwagen für zwei Nächte gemietet hätten, doch da dieser leider für den geplanten Aufenthalt bereits besetzt ist, haben wir eine Alternative bei Katherine gefunden. Die junge Mutter ist sehr sympathisch, was jedoch nichts daran ändert, dass das Häusschen trotz des uns gewährten Rabattes von 20 Prozent überteuert und vor allem schmutzig ist. Zudem ist die angepriesene Waschmaschine defekt, der TV stammt aus dem letzten Jahrhundert und es gibt keine Tücher, um das schmutzige Geschirr oder die Toilette zu putzen. Etwas angeekelt machen wir uns bei dem schönen Wetter sofort auf den Weg zum Parque National Tapantí – Macizo de la Muerte, wo wir überraschender Weise die 4 Kilometer zum El Salto Mirador hochfahren können, anstatt diese wie geplant zu laufen. Die Aussicht zeigt ein riesiges Waldgelände und einen Wasserfall. Fabio entdeckt auf einem Baum ein Tier und siehe da, ein Nasenbär frisst gemütlich frische Blätter.
Von der 4 Kilometer langen Strasse biegen drei kleine Wanderwege ab, die wir ablaufen:

Der erste ist der Sendero Catarata und Pava, an zwei Stellen kommt man zum Fluss Osorí. Der Weg führt über mehrere kleine Brücken und wir können viele Schmetterlinge und Vögel beobachten.

Der Arboles Caidos Weg ist eher steil und bei dem tropischen Klima anstrengend und schweisstreibend. Der Weg ist matschig und rutschig und durch das grüne Dickicht werden wir regelrecht von Moskitos und anderen Insekten verfolgt – Sara verschluckt gar eines der Biester und muss es nach mehrmaligem Husten dennoch mit Wasser runterspülen ?!

Zuletzt schlendern wir dem Oropéndola Weg entlang – ein weiteres Mal zum Fluss hinunter.

Nach einer Nacht voller Regen klingt dieser in den frühen Morgenstunden ab und wir erhaschen einen Blick auf den Volcán Turrialba, zu welchem der Weg wegen aktueller Aktivität gesperrt ist. Wie im Bilderbuch zeigt sich eine weisse Fumalore (eine vulkanische Exhalation, respektive ein Dampfaustritt).

Im Dorf besichtigen wir die älteste Kirche Costa Ricas, in welche noch heute Gottesdienste gefeiert werden. Sie stammt aus dem Jahre 1743 und ist glücklicherweise von den unzähligen Erdbeben dieser Region verschont geblieben. Das Dach besteht aus geflochtenem Zuckerrohr und Kacheln.

Lankester-Garten

Nach einem fruchtigen Frühstück begeben wir uns nach Paraíso zum Jardín Botánico Lankester. Der botanische Garten ist ein Forschungszentrum der Universität von Costa Rica, der 1973 eingerichtet wurde. Er geniesst weltweite Anerkennung durch seine Orchideensammlungen und seinen Beitrag zur Erforschung und Erhaltung dieser Pflanzen. Das übergeordnete Ziel und die Mission des botanischen Gartens ist es, die Biodiversität unseres Planeten zu bewahren und die Lebensqualität der Menschen zu bereichern und zu verbessern. Er umfasst fast 11 Hektar Land, in dem über 3000 Pflanzenarten kultiviert werden und ein Zuhause für viele Vögel und Insekten bietet.

Der Lankester-Garten wird in 8 Bereiche geteilt:

Orchideen

Sie gehören mit ca. 30’000 Arten zu der grössten und vielfältigsten Pflanzenfamilie der Welt. Die meisten sind Epiphyten, d.h. sie wachsen auf Bäumen, ohne diese zu beschädigen.

Japanischer Garten

Das wichtigste Element sind die Steine. Symbolisch sind auch das Wasser, die rote und die zickzack förmige Holzbrücke sowie die Steinlaternen. Die Bambuskollektion besteht aus über 40 Arten.

Sekundärwald

Der Wald liegt seit 1973 einem natürlichen Wiederaufforstungsprozess, nimmt über die Hälfte des botanischen Gartens in Anspruch und besteht aus vielen tropischen Baumarten, die grösstenteils aus dem Zentraltal Costa Ricas stammen.

Kakteen und Sukkulente

Diese Pflanzen haben die Fähigkeit, bei hohen Temperaturen und in trockenen Umgebungen temporär oder dauerhaft zu leben. Sie zeigen Charakteristika wie dicke Blätter, in Stacheln verformte Blätter und wasserspeichernde Stiele auf.

Farne

In Costa Rica gibt es ca. 1200 Arten. Die meisten wachsen im Regenwald und reagieren sehr empfindlich auf die globale Erwärmung!

Zingiberales

Diese tropischen Gewächse teilen sich auf 8 Pflanzenfamilien auf. Zu den Arten zählen Helikonien, Ingwer, Paradiesvogelblumen, Bananen und der Baum der Reisenden.

Bromelien

Sie zeichnen sich aus durch ihre rosettenförmigen Blätter, ihre bunten Blüten und Deckblätter. In Costa Rica gibt es etwa 200 einheimische Arten.

Palmen

Sie dienen als Quelle der Nahrung, für Öl, Fasern und Baumaterialien.

Nach dem beeindruckenden Rundgang setzen wir unsre Rundfahrt durch das Valle de Orosí fort und gelangen durch eine malerische Hügellandschaft zu den Ruinen von Ujarrás.

Von der 1693 erbauten Iglesia de Nuestra Señora de la Limpia Concepción sind lediglich ein paar Steinmauern, vor allem aber die Frontseite, erhalten. Laut Reiseführer Lonely Planet befand sich hier einst “ein wundersames Gemälde der Jungfrau Maria, welches von einem Fischer entdeckt worden war. Der Sage nach versagte sich die Reliquie jedem Versuch, sie fortzubewegen, sodass die Kirche beschloss, direkt an Ort und Stelle ein Gotteshaus zu erbauen. Im Gegenzug half die Jungfrau den Einheimischen dabei, einen Trupp marodierender britischer Piraten zu besiegen. Nach Überschwemmungen und Erdbeben erklärte sich das Gemälde anscheinend jedoch einverstanden, nach Paraíso umzuziehen, sodass die Ruinen fotogen langsam weiter zerbröseln.”

Das Gelände ist gratis betretbar und von einem wunderschön gepflegten Garten gesäumt. So erhalten an diesem Ort nicht nur die Ruinen unsere Aufmerksamkeit, sondern auch die bezaubernde Flora und ein wunderschöner Stirnbasilisk.

Diese grosse, mittelamerikanische Art der Basilisken gehört zur Unterordnung der Leguanartigen. Er kann eine Länge von rund 80 Zentimetern erreichen, dabei nimmt der Schwanz zwei Drittel der Gesamtlänge ein. Markant und namensgebend sind die Stirnlappen auf dem Kopf und Hinterkopf. Die Hautkämme auf dem Rücken, die eine Höhe von 5 Zentimetern erreichen können, setzen sich bis zur Schwanzwurzel fort. Sowohl die Kämme als auch Lappen sind beim Weibchen etwas weniger stark ausgeprägt wie beim Männchen. Sie fressen Insekten, Frösche, Schnecken, kleine Echsen, Früchte, Blüten und Fische. Sie sind gute Schwimmer und Taucher, können aber mit ihren verbreiterten Zehen eine Zeit lang über Wasser laufen, weshalb sie auch den Namen Jesus-Christus Echse haben. In Gefangenschaft können die Tiere bis zu 13 Jahre alt werden, in der Freiheit sterben sie deutlich früher.

Auf dem Weg an die Karibikküste steuern wir das Monumento National Arqueológico Guayabo in der Nähe von Turriablba an. Es ist die grösste und bedeutendste archäologische Stätte des Landes und liegt in einer hügeligen Waldregion.

Die Blütezeit der präkolumbischen Stadt soll um 800 nach Christus gewesen sein. Heute sind nur noch Reste eines kleinen, ausgegrabenen Teils zu sehen. 1968 begannen Archäologen mit systematischen Ausgrabungen. Man glaubt, dass Guayabo ein wichtiges kulturelles, religiöses und politisches Zentrum war. Umso erstaunlicher, dass die Stadt mit keiner Silbe von spanischen Eroberern erwähnt wurde. Eindrücklich ist das hier errichtete Aquädukt. Die Zisternen sind noch intakt und führen Wasser.

Zeitraum

14. bis 19. Mai

Galerie

Schritte

 

3 Kommentare bei „Costa Rica – Volcán Irazú & Valle de Orosí“

  1. Sali zäme,

    Ein Gratis-Tipp für Sara: Moskitos sind meines Wissens nicht als Delikatesse bekannt; Ameisen sind diesbezüglich viel besser und Moskitos vorzuziehen!
    Die fotografierte, violett-gelbe Orchidee gibt’s, so glaube ich, auch in Thailand. Sie duftet ausgesprochen gut und ist daher sehr beliebt.
    Es sind allgemein sehr schöne Makro-Aufnahmen von Blumen und Tieren in diesem Blog enthalten. — Kompliment!

    Hopp Schwiiz!
    Hans

    1. Hoi Hans

      Herzlichen Dank für das Kompliment zu den Makro-Aufnahmen. Unsere neue Kamera macht diesbezüglich einen sehr guten Job.

      Hopp Schwiiz & Liebe Grüsse
      Fabio & Sara

  2. Hoi zäme,
    Sind er am nöchschte Mittwuch, 27. Juni, 20:00 mitteleuropäischi Zyt, immer no in Costa Rica?

    Dänn isch de nöchschti WM-Gägner vo de Nati Costa Rica. Si sind zwar bereits uusgschide, aber nöd z’underschätze. Si händ speziell gäge Brasiliä es super guets Spiel zeiget und unverdient verlore!

    Söti d’Nati günne, nur sehr dezänt fäschte; me weiss ja nöd wie si es uufnähmed!

    Viel Spass
    Hans

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