Mount Warning

Allgemeine Informationen

Der Mount Warning (in der Sprache der Aborigines Wollumbin genannt) ist der zentrale Vulkanschlot des Tweed Volcano, eines der größten Vulkane Australiens und der südlichen Hemisphäre. Der 1156 Meter hohe Berg befindet sich im Wollumbin National Park, 6 Kilometer von Uki und 14 Kilometer von Murwillumbah entfernt im Bundesstaat New South Wales, nahe der Grenze zu Queensland. Die Bergspitze ist bei Tagesanbruch der erste Ort ganz Ausraliens, welcher von den Sonnenstrahlen berührt wird. Bei Wanderern ist die Besteigung des Mount Warnings sehr beliebt und wird oft im Dunkeln vollbracht, um den atemberaubenden Sonnenaufgang vom Gipfel aus zu beobachten.

Der Aufstieg

Mitten in der Nacht stehen wir um 2:30 Uhr auf und starten 45 Minuten später den Aufstieg zum Mount Warning. Der Weg ist sehr gut präpariert, er führt stetig Stufe um Stufe den Berg hinauf. Insgesamt kommen wir an 4 Helikopter-Notlandeplätzen vorbei – an Touristen scheint es hier nicht zu mangeln und an Unfällen wohl auch nicht. Da wir, gekennzeichnet durch die falschen Kilometerangaben beim Mount Bartle Frere, grosszügig früh losgezogen sind, sind wir unterwegs darauf bedacht herauszufinden, ob die Kilometerangaben diesmal genauso falsch sind wie beim letzten Mal. Die angekündigten 4.5 Kilometer bis nach oben sind jedoch korrekt angegeben und so laufen wir vorausdenkend genug langsam, um am Ziel nicht allzu früh anzugelangen und erheblich zu frieren. Denn bereits beim Aufstehen aus dem Bett bemerken wir, dass es draussen sehr kalt ist. Unterwegs rauscht der Wind derart durch die Baumkronen, dass wir fürchten, ein Sturm sei unterwegs. Fast am Ziel angelangt wartet dann doch noch eine kleine Herausforderung auf uns. Ca. 15 Minuten lang klettern wir über Steine und Felsen weiter nach oben, etwas Sicherheit gibt uns eine an der Felswand befestigte Stahlkette. Im Dunkeln, nur mit einer Stirnlampe ausgerüstet, sieht man zum Glück nicht, wie weit man hinunterstürzen könnte. Nun gut, um 5:15 Uhr sind wir auf dem Gipfel und die sternenklare Nacht erlaubt uns einen Ausblick weit über mehrere Bergzipfel bis hin zu verschiedenen Küstenstädten und zum Horizont am Meer.

Good Morning – Mount Warning

Der Himmel ist leicht dunkelrot gefärbt und stetig wird es heller, die Nuancen der Farben wechseln fast im Sekundentakt und wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die drei Aussichtsplattformen sind zum Glück etwas windgeschützt, dennoch tauschen wir unsere verschwitze Kleidung in trockene und stülpen die Kapuze der Windjacke über den Kopf und die Ohren – Sara hat sogar ihre Handschuhe montiert! Dennoch dauert es noch gut eine Stunde, bis der grelle Feuerball aus dem Meer emporsteigt und die ersten Strahlen auf den Gipfel wirft. Sanft wärmt uns die immer stärker werdende Lichtquelle, doch bei Temperaturen zwischen 3 und 6 Grad braucht es etwas mehr, um die zu Eiszapfen eingefohrenen Glieder wieder zum Erwachen zu bringen.

Der Abstieg

Der Rückweg zum Parkplatz des Campers ist der gleiche wie bergaufwärts. Nur sehen wir diesmal, wo wir serpentinenartig hochgewandert sind und die Vogelwelt ist unterdessen hörbar aktiv geworden. Unten angekommen, ist uns wieder wohlig warm und wir nehmen die Fahrt nach Byron Bay auf.

Wanderung vom 1. August 2017

volle Distanz: 9425 m
Gesamtanstieg: 752 m
Gesamtabstieg: -758 m
Gesamtzeit: 04:52:08